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Cataract: Schweizer Metall-Wertarbeit
Qualität setzt sich durch. Wenn Schweizer zur Metallverarbeitung schreiten,
kommt dabei entweder eine qualitativ hoch stehende Uhr heraus oder eine ebensolche
Band: Cataract. Die Band entsteht 1998 aus jenem Teil der europäischen
Hardcore-Szene, die den Metal härtet. Das tun die Zürcher von Beginn
weg mit solcher Wucht und Konsequenz, dass sich bereits ihre Demo-CD ein Jahr
später exzellent verkauft. Kein Wunder, erscheint das Debut „Golem“
im Jahr 2000 bereits auf dem amerikanischen HC-Label Ferret Music.
Wehe, die Alpenperfektionisten werden losgelassen. 2001 stösst Sänger
Fedi neu zur Band, die sich ihrerseits weiter professionalisiert. Was als Wildbach
begonnen hatte, schwoll nun an zu einem reissenden Fluss, der sich über
die Bühnen Europas und der amerikanischen Ostküste ergoss: Land unter
im Moshpit! So lassen sich selbst harte Jungs die Ohren spülen.
Und kein Damm in Sicht. Eine EP und zahllose Shows später folgt „Great
Days of Vengeance“, der nächste Longplayer, diesmal auf Lifeforce
Records. Er bringt dem Zürcher Wildwasser so viel Respekt ein, dass Metal
Blade das Logische tut. Die amerikanische Metal-Legende nimmt die Band aus der
Heimat der Taschenmesser als ersten Schweizer Act seiner Geschichte unter Vertrag.
Derart erfrischt kanalisieren sich die Aggressionen aus Helvetien im Album „With
Triumph Comes Loss“ (2004), einer gnadenlos gethrashten Springflut, die
nur Lob und Anerkennung findet.
Das tut der Spielwut keinen Abbruch. Cataract ist pausenlos unterwegs, erhält
mehr Anfragen, als das Jahr Wochenenden hat und wütet zusätzlich auf
Tourneen mit Maroon (Europa und UK, 2004) und No Mercy (mit Six Feet Under,
Nile, Dying Fetus, Dark Funeral, 2005) all over Europe. Der 2006-er Release
„Kingdom“ bestätigt dann die Qualität von „With
Triumph Comes Loss“ und entlädt seine wütenden Wasser einmal
mehr in kompromisslosen Shows in ganz Europa. Diesmal unter anderem auf Touren
mit Amon Amarth und im Hell-On-Eart-Package zusammen mit HSB und God Forbid.
Die Fans wissen inzwischen, was sie an Cataract haben: HC-geschmiedeten Thrash,
eine Band, die sich vom Erfolg nicht korrumpieren lässt und an ihren Idealen
festhält. Daraus resultieren Songtexte, die einer machtgeilen, geldgierigen
und verantwortungslosen Gesellschaft auf die Kappe pissen.
2007 donnert Cataract erstmals gegen eine ernste Klippe. Gitarrist und Songschreiber
Simon Füllemann verlässt die Band, kurz danach setzt sich auch noch
der Bassist ab. Trotzdem stampft man am Greenfield-Festival ein vollgepacktes
5000-er Zelt in Grund und Boden, was die höfliche Bitte nach sich zieht,
doch wieder zu kommen.
Ersatz für Füllemann ist mit Tom Kuzmic schnell gefunden, der sich
auch gleich als Songwriter mit einbringt. Das selbstbetitelte „Cataract“,
bei dem die Band ihren Sound um Speed-, Death- und Grindmetal erweitert, muss
man aber ohne festen Bassisten auf die Bänder der Antfarm-Studios prügeln.
Erst nach einer halbjährigen Zwangspause findet sich mit Nico Schläpfer
der definitive Mann für das Grollen aus den tiefen Saiten. Er erlebt gleich
eine triumphale Plattentaufe zum 10-jährigen Jubiläum.
Die Neubesetzung zeigt Wirkung. Zwar kam das Präzisionswerk Cataract nie
ins Stottern, doch mit Kuzmic und Schläpfer haben die tighten Songs noch
an Schub gewonnen und die Band ist auf Tour zusammengewachsen. Die beeindruckende
Liste von Acts, mit denen man schon die Bühne teilte, wächst weiter
an. Waren es bisher Biohazard, Caliban, Born From Pain, Entombed, Hatebreed,
Machine Head, Napalm Death, Pro Pain, Sick Of It All, Slayer, S.O.D., Unearth,
Type O Negative, Dark Funeral kommen neu auch Sepultura, Soulfly und Killswitch
Engage hinzu. Dann zieht sich Cataract für ein dreiviertel Jahr zurück,
feilt an neuen Songs und präsentiert nun “Killing The Eternal”:
Die kompakteste Wasserlawine, die je aus den Schweizer Alpen donnerte. |